R├╝denbesitzer (in spe)

Eine gro├če Bitte an die (zuk├╝nftigen) R├╝denbesitzer:

(Text von Britta Schmidt)

Liebe R├╝denbesitzer in spe,

wie Sie wahrscheinlich bei Ihrer eigenen Kromisuche schon festgestellt haben, sind die Kromfohrl├Ąnder im Vergleich zu anderen Hunden eine Rasse mit nicht allzu vielen Nachkommen (pro Jahr werden ca. 200 Welpen geboren – fr├╝her waren es sogar noch viel weniger Welpen pro Jahr).

Wenn Sie zudem die Geschichte des Kromfohrl├Ąnders gelesen haben (z.B. auf der Homepage vom Rassezuchtverein), so werden Sie feststellen, dass sich der Ursprung aller unserer heutigen Kromis auf ein einziges Hundepaar (Urpeter und Fifi) zur├╝ckf├╝hren l├Ąsst. Sp├Ąter wurde zwar noch die Foxterrierh├╝ndin Elfe eingekreuzt; damit w├Ąren die ÔÇ×Stammeltern“ der heutigen Kromis jedoch komplett. Entsprechend klein ist daher die genetische Basis.

Die heute lebenden Kromfohrl├Ąnder gehen aus Verpaarungen hervor, die es oftmals nur ein einziges Mal in dieser Konstellation (R├╝de x mit H├╝ndin z) gegeben hat. Daher ist es w├╝nschenswert, dass aus jedem Wurf zumindest ein R├╝de (wenn vorhanden) in die Zucht geht, damit eine gewisse genetische Vielfalt erhalten werden kann.

Leider ist es so, dass aus vielen W├╝rfen kein einziger Hund (weder R├╝de noch H├╝ndin) in die Zucht geht, so dass dieser Wurf f├╝r die Kromfohrl├Ąnderzucht unwiderbringlich verloren ist, obwohl die Nachkommen so einzigartig sind.

Auch wenn Sie ÔÇ×nur“ einen Familienhund m├Âchten, sollten Sie sich daher ├╝berlegen, ob Sie Ihren R├╝den –sofern er gesund und wesensfest ist- nicht dennoch ank├Âren lassen m├Âchten, damit er seine einmaligen Gene weitergeben kann. Viele H├╝ndinnenbesitzer haben gro├če Probleme einen passenden R├╝den f├╝r ihre Zuchth├╝ndin zu finden, weil viele der vorhandenen R├╝den auf Grund zu enger Verwandtschaft, zu riskanter Verpaarung (im Hinblick auf die Gesundheit) oder eines schlichtweg nicht passenden ├Ąu├čeren Erscheinungsbildes wegfallen.

Bedenken Sie, dass auch Ihr eigener kleiner Kromi nur deswegen das Licht der Welt erblicken kann, weil ein anderer R├╝denbesitzer seinen Hund irgendwann einmal ank├Âren lie├č.

Sie brauchen auch keine Sorge zu haben, dass das Ganze f├╝r Sie mit allzu viel Aufwand oder zu gro├čen Kosten verbunden ist. Hierzu im Einzelnen:

  • Sie brauchen ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt. Daf├╝r ist einmalig eine gr├Â├čere Untersuchung (mit Blutbild) erforderlich.
  • Der Hund wird einmalig bei einer K├Ârung, die nicht allzu viel Geld kostet (z. Zt. 45 ÔéČ), vorgestellt.
  • Ist der Hund gek├Ârt, kommen die H├╝ndinnenbesitzer von sich aus auf Sie zu, so dass Sie sich nicht um die Partnersuche zu k├╝mmern brauchen
  • Wenn die H├╝ndin gedeckt werden soll, kommen die H├╝ndinnenbesitzer zu Ihnen, so dass Ihnen keine Fahrtkosten entstehen
  • Ihr Hund wird f├╝r maximal 6 Deckeins├Ątze (mit einem Jahr Unterbrechung nach dem 3. Deckakt) eingesetzt werden, wobei Sie selbstverst├Ąndlich auch vorher ÔÇ×aussteigen“ k├Ânnen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen! Auch, bei Anfragen, die Ihnen nicht zusagen, weil z.B. die ÔÇ×Chemie“ zwischen Ihnen und den H├╝ndinnenbesitzern nicht stimmt, ist es Ihr gutes Recht abzusagen.
  • Ihre Kosten f├╝r die Gesundheitsuntersuchung und die K├Ârung werden Sie nach 1 – 2 gesunden W├╝rfen wieder raus haben, da Sie pro Welpen, der nach 14 Tagen noch lebt, 50 ÔéČ Deckgeld erhalten
  • Im Vergleich zu den H├╝ndinnenbesitzern, die die ganze Arbeit mit den Interessentengespr├Ąchen, der Anfahrt zum R├╝den (+ eventuelle ├ťbernachtungskosten) und der Aufzucht der Welpen haben, leisten Sie mit relativ wenig Aufwand einen wirklich gro├čen Beitrag f├╝r unsere Rasse!
  • Sie werden sicherlich durch den Anblick des Nachwuchses IHRES Hundes gro├čartig belohnt werden. Au├čerdem machen Sie bestimmt jede Menge Leute, die auf der Suche nach ihrem Familienkromi sind, seeehr gl├╝cklich.

Nat├╝rlich wird ann├Ąhernd jeder R├╝de irgendwann eine etwas heftigere Phase haben, in der andere R├╝den, die Ihnen auf den Spazierg├Ąngen entgegenkommen, f├╝r ihn potenzielle Konkurrenten sind, die es in die Flucht zu schlagen gilt, so dass Sie Ihren Hund am liebsten ÔÇ×an die Wand klatschen“ und direkt kastrieren lassen w├╝rden. Aber die Kastration ist f├╝r derartige Probleme keine L├Âsung. Es gibt genug kastrierte R├╝den, die dennoch den gro├čen Macker markieren. Dieses Problem sollte mit entsprechender Erziehung und Training und nicht mit dem Skalpell gel├Âst werden!!!

Ich m├Âchte Sie daher wirklich bitten, sich die obigen Argumente einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Sie haben auf der einen Seite keinen gro├čen finanziellen Aufwand und leisten auf der anderen Seite einen gro├čen Beitrag zum Erhalt und zur Gesunderhaltung unserer Rasse. Es w├Ąre also wirklich gro├čartig, wenn Sie Ihren zuk├╝nftigen Familienhund, den Kromim├Ądels als Br├Ąutigam zur Verf├╝gung stellen w├╝rden.

Mein Appell richtet sich nat├╝rlich nicht nur an die zuk├╝nftigen R├╝denbesitzer. Sollte also jemand diesen Beitrag lesen, der bereits stolzer Eigent├╝mer eines gesunden, wesensfesten, nicht gek├Ârten R├╝dens ist, so gilt meine obige Bitte nat├╝rlich auch f├╝r ihn – auch dann, wenn der R├╝de bereits ├Ąlter ist, denn gerade ├Ąltere gesunde R├╝den werden besonders gerne zur Zucht eingesetzt-.

Vielen Dank!!!